Anleitung Kühlwasserwechsel / Verbesserung Motorkühlung
#1
Guten Abend zusammen,

naturgemäß muss ich aktuell viele Fragen stellen, nicht alles lässt sich immer so finden, dass auch ICH es verstehe Zwink. Diesmal geht es mir um das Kühlsystem. Ich nehme an, dass das Kühlwasser in meiner Zetti mindestens 10 Jahre alt ist - vor 10 Jahren wurden bei GM die Injektoren getauscht und VIELLEICHT (aber längst nicht sicher) wurde dabei auch das Kühlwasser erneuert. Ich will es jedenfalls vor Inbetriebnahme gleich mit erneuern. 

Nun habe ich viel gelesen, dass der LT5 sehr anfällig ist, dass Luftkammern im Kühlsystem verbleiben und er sich ab und an nur unter größerem Aufwand entlüften lässt. Marc Haibeck hat dazu einiges geschrieben. Meine erste Frage ist: gibt es so etwas wie eine optimale Strategie zum Kühlwasserwechsel? 

Die Zweite Frage: bei der Suche nach einer Anleitung hier im Forum bin ich auf Hinweise gestoßen, dass der LT5 Probleme mit einer zu geringen Kühlerleistung und auch einem zu geringen Durchfluss (und damit bei hohen Drehzahlen hohem Gegendruck) zu kämpfen hat. Eigentlich bin ich kein Freund von Modifikationen, aber es klingt mir extrem sinnvoll, den Kühler bei der Gelegenheit gleich aufzurüsten. Summit bietet z.B. einen scheinbar ganz brauchbaren, dreireihigen Alukühler für überschaubar Geld an: https://www.summitracing.com/parts/fbr-f.../year/1991
Was sagen die erfahrenen Profis - macht es Sinn, den gleich zu wechseln? Wenn der passt, wäre der finanzielle Aufwand ja sehr überschaubar.

Ich muss dazu sagen, dass ich mir die ZR-1 NICHT wegen der Fahrleistungen gekauft habe, sondern weil mich Technik und Geschichte faszinieren. Zwar werde ich ihr ab und an gern mal freien Lauf lassen, aber die meiste Zeit werden ich damit eher gelassen cruisen. Wirkliche Probleme mit Wärme oder Druck erwarte würde ich bei meinem Fahrstil nicht erwarten. Ich brauche also sicher keine Rennsport-Technik. Dennoch, vorbeugen ist ja bekanntlich besser als sich auf die Füße zu brechen. 

Danke vorab für die Meinungen. 

Grüße

Matthias
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#2
Servus,

also wenn du wirklich nicht auf Vollgasorgien aus bist oder ständig im Stau oder langsamen Stadtverkehr mitschwimmst,
sollte es reichen einen 'kühleren' Thermostat und den Haibeck Chip zu verbauen.
Mit diesem schalten die Lüfter früher ein. (Und noch ein paar andere nützliche Sachen)

Ich denke mal du weißt nicht wie dein alter Kühler von innen aussieht, bei manchen alten Autos sieht man den Wartungsstau schon auf den ersten Blick
und wenn das Wasser nie gewechselt wurde, kann ich mir schon vorstellen, das der von innen verschlammt ist.
Dein Hauptproblem wird aber sein das die C4 ja vorne oben herum komplett dicht ist. 
Wenn du erstmals den Kühler einer C4 ausbaust, wird dir ein ganzer Komposthaufen entgegenkommen, den das Auto
die letzten 30 Jahre von der Straße aufgesammelt hat. 

Wenn du das Geld übrig hast und der Kühler passt, würde ich ihn verbauen.
Ich sehe mir gerne aber noch Bewertungen zu den Sachen an die ich mir kaufe.
Es gibt zwei bekannte Kühlerhersteller in Amerika, DeWitts und Ron Davis, da musst du aber etwas tiefer in die Tasche greifen.
Die haben einen guten Ruf.


Manche von den Kühlern sind 'dicker' als die originalen, du musst dann an den Stellen wo es zwickt etwas aus der Plastikverkleidung um den Kühler schneiden, 
damit er passt. Bei einem der oben genannten musst du was verändern, da ist aber eine Anleitung mit dabei.

Ich glaube der Haibeck empfiehlt das Auto auf der Beifahrerseite mit dem Wagenheber beim Entlüften leicht anzuheben.
Normalerweise sollte der Ausgleichsbehälter am höchsten Punkt sein, damit die Luft sich dahin bewegt.
Ich glaube das das aufgrund des durchströmten Plenums etwas knapp bemessen ist, also würde ich das Auto auch leicht anheben.
Beim Entlüften übrigens die Innenraumheizung auf volle Pulle, die Kreise hängen ja zusammen.

Ein alter Meister hat mir noch einen Trick gezeigt wenn sich ein Auto nicht entlüften lassen will.
Man gibt dazu eine Minute lang mehrere Gasstöße in unterschiedlicher Stärke und Länge, 
sodass sich die Strömungsgeschwindigkeit und die Verwirbelungen ständig ändern.
So kann es sein das noch an irgendeiner Kante festhängende Luftbläschen mitgerissen werden.

Das hat bei so einem schimmligen Kleinwagen tatsächlich geklappt! Es stiegen dann wieder Luftbläschen im Ausgleichsbehälter auf.


Ansonsten warte mal ab, bis noch zwei, drei kompetentere als ich aus diesem Forum deinen Post sehen.
Hab an meiner C4 schon Jahre nichts mehr gemacht und bin deshalb nicht mehr in der Materie.


Gruß Patrick
Hier in Bavaria, wo die Bäume noch aus Holz sind!
Hier in Bavaria, wo die Schafe selten Brillen tragen!
                                                   Monthy Python
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#3
Warum sollte ein Kühler von innen verschlammen, auch nach vielen Jahren, wenn das Kühlsystem insgesamt dicht ist? Bei meiner C5 Bj 2001 ist immer noch die originale Werksbefüllung drin und sieht im Ausgleichsbehälter noch schön rosarot aus, und das nach nun 20 Jahren. Eine kompetente Vette Werkstatt hier aus dem Forum, riet mir das Kühlwasser auf keinen Fall zu wechseln. Grund: Es befindet sich kein Sauerstoff mehr drin, und damit kann es innerhalb des Kreislaufs zu keiner Rostbildung mehr kommen!

Gruss RainerR
RaRo
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#4
Hallo
hier haben einige Fachleute schon was zur Kühlung des LT5 geschrieben.

LT5 Motorkühlung (corvetteforum.de)

Gruß Wolfgnag
animierte C4   :Burnout      C4  84 - 89 Gauge Cluster Doc,, 

 

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#5
(31.01.2021, 09:53)Sadibaer schrieb: Hallo
hier haben einige Fachleute schon was zur Kühlung des LT5 geschrieben.

LT5 Motorkühlung (corvetteforum.de)

Gruß Wolfgnag

Das habe ich gelesen, aber da steht nichts drin, wie man die Kühlung verbessert bzw ob es ratsam/sinnvoll ist. Ich habe meinen Kühler mal angeschaut - der ist picobello sauber, nichts eingesaugt oder so.

Am Ende bin ich über alles froh, was ich nicht vom Originalzustand abweichend habe(n muss). Aus Sam's Ausführungen habe ich aber ein paar Gedanken mitgenommen:
- der Kühler hat einen zu geringen Durchfluss was bei hoher Drehzahl extremen Druck auf der Druckseite aufbauen kann (bis zum Abplatzen des Schlauches)
- die Kühlleistung ist bauartbedingt zu gering
- durch Alterung ist der Kühler ggf. Anfällig für Schäden.

Daher kam eben meine Frage. Ein 3-reihiger Alukühler löst alle drei Probleme auf einmal. Aber ich reiße mich auch nicht darum, an dem Auto irgendwas zu verändern, ich habe mir ja extra eine First Hand Low Miler Zetti gekauft, weil ich gezielt ein Auto ohne jegliche Modifikationen gesucht habe. Wenn es aber ratsam ist, an dieser Stelle anzugreifen, wäre jetzt die Gelegenheit :)
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#6
(31.01.2021, 09:36)RainerR schrieb: Warum sollte ein Kühler von innen verschlammen, auch nach vielen Jahren, wenn das Kühlsystem insgesamt dicht ist?  Bei meiner C5 Bj 2001 ist immer noch die originale Werksbefüllung drin und sieht im Ausgleichsbehälter noch schön rosarot aus, und das nach nun 20 Jahren. Eine kompetente Vette Werkstatt hier aus dem Forum, riet mir das Kühlwasser auf keinen Fall zu wechseln. Grund: Es befindet sich kein Sauerstoff mehr drin, und damit kann es innerhalb des Kreislaufs zu keiner Rostbildung mehr kommen!

Gruss RainerR

Servus RainerR

Man weiß ja nicht was da ein Vorbesitzer eingefüllt hat. 
Kann auch sein das jemand das Kühlmittel nur mit Leitungswasser angemischt hat und jetzt Kalkbröckchen mit im Wasser schwimmen.
Ich würde es immer tauschen, es geht ja nicht nur um den Frostschutz. 
Da sind ja auch Additive gegen Korrosion drin und noch Zeug das schmierend auf die Schläuche und Dichtungen wirkt. 
Andere Additive vermindern die Gefahr das Gasblasen (Kavitation) entstehen was zu Schäden führen kann wenn diese platzen.
So behaupten es jedenfalls die Kühlmittelhersteller, ich hatte bisher noch keine negativen Erscheinungen durch den Wechsel.

Auch im Wasser befindet sich ein wenig Sauerstoff, dieser löst sich aber mit der Zeit. 
Solange kein neuer mit untergemischt wird, was eigentlich im Kühlkreislauf nicht möglich ist, ist er irgendwann kein Problem mehr.

Ich hatte mal einen Pontiac Firebird, da war der Motor aus Guß, da war das Wasser schön braun.
Meine ZR-1 hat auch so einen grau/gelben Belag and den Verbindungsstellen der Schläuche und ein wenig an der Wandung des Kühlwasserbehälters.
Ich selbst mische meinen Frostschutz immer selbst, mit destilliertem Wasser.


Letzten Endes ist für sein Material jeder selbst verantwortlich, man bräuchte halt eine unabhängige Studie um zu beurteilen ob das alles nur
der Kühlmittelindustrie nützt oder doch einen tieferen Sinn ergibt. 
Was interessant wäre, wie schnell der Sauerstoffgehalt in neuem Kühlmittel im Motor abnimmt.

Gruß Patrick
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                                                   Monthy Python
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#7
Hallo Mathias.
Ich habe bei meiner 95er LT 1 (383 Stroker drin) auch aufgerüstet.
Hat sich mehr als rentiert.
A) der Zwischenraum der beiden Kühler war vom angesaugten Dreck so gut wie zu.
Dann einem DeWitts Alukühler rein.
Ist doppelt so dick wie der Originale. Sehr empfehlenswert
Und einen anderen Thermostaten.
Bringt sehr viel.
Im März kommt noch ein Motorölkühler dazu.

Hier im Bergland gut zu brauchen

Lg
Dieter
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#8
Ein neues Kühlmittel hat diverse Inhibitoren. Das sind unter anderem Additivpakete die die Wasserpumpe schmieren die Schläuche geschmeidig lassen sollen Sauerstoff und andere Stoffe binden. Im Laufe der Zeit verlieren diese Additive ihre Eigenschaften weil sie gesättigt sind. Zum einen mit Sauerstoff aus dem Wasser zum anderen mit sonstigen Sachen. Nur zur Info. Ins Kühlwasser wird permanent Sauerstoff durch die Schläuche hinein diffundieren da diese Schläuche nicht Sauerstoff dicht sind. Daher werden über eine gewisse Zeit diese Inhibitoren durch Sauerstoff gesättigt. Wenn dies nach ca 5-6 Jahren der Fall ist fängt es an, dass der Sauerstoff sich frei im Kühlwasser befindet und somit Korrosion anfängt. Daher empfehlen die Hersteller dann den Wechsel. 

im übrigen liegt bei Selbstwechsel der Aufwand unter 50€

Gruß Marco
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#9
Danke, für die Beiträge. Und danke Marco. Ungefähr so kenne ich das auch - hätte es aber nicht so genau widergeben können Zwink
Ein regelmäßiger Kühlmittelwechsel ist nach meiner Erfahrung zwingend. Ich schraube viel an Oldtimern und da lernt man schnell, dass Kühlwasser sozusagen ein Verschleißteil ist.
Es scheint von DeWitt einen perfect fit Alu Kühler zu geben, zwar nur einreihig aber wohl dennoch mit mehr Kühlleistung. Muss ich mich mal reingraben in das Thema.

Grüße und schönen Abend allen

Matthias
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#10
(31.01.2021, 12:01)Griffin schrieb:
(31.01.2021, 09:53)Sadibaer schrieb: Hallo
hier haben einige Fachleute schon was zur Kühlung des LT5 geschrieben.

LT5 Motorkühlung (corvetteforum.de)

Gruß Wolfgnag

Das habe ich gelesen, aber da steht nichts drin, wie man die Kühlung verbessert bzw ob es ratsam/sinnvoll ist. Ich habe meinen Kühler mal angeschaut - der ist picobello sauber, nichts eingesaugt oder so.

Nach dem kauf 1999 der ZR-1 hatte ich bei einigen Touren in Süd Frankreich recht hohe Kühlwassertemperaturen in den Berg Fahrten,
nach dem ich die Einschaltpunkte der Zusatzlüfter 1 + 2 geändert habe, gibt es aber keine zu hohen Kühlwassertemperaturen.
Die Anzeige geht selten über die Mitte hinaus.
Der 1. Lüfter schaltet jetzt bei 94 °C ein, der zweite wird zugeschaltet wenn der 1. Lüfter länger als 5 Minuten läuft.
Das ganze ist verstellbar über Thermostat und Zeitrelais.

Ab Oktober ist wahrscheinlich auf den öffentlichen Straßen nur noch max. 130 km/h angesagt.

Ich habe mir zwar einen neuen 3 Reihen ALU Kühler hier liegen, aber braucht man den ?

Ich suche mal ein paar Aufzeichnung während der Fahrt mit einem Diagnose Programm raus, da wurden die Temperaturen mit geschrieben.
Der LT5 hat ja im gegensatz zum L98 oder LT1 einen riesigen Motorölkühler.

Gruß

Raimund

[Bild: tts01.JPG]

[Bild: tts02.JPG]
[Bild: c4sign.jpg]

Corvette C4 + ZR-1, der Stoff aus dem Legenden sind ...
Corvette C4
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