20.06.2026, 09:24
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.06.2026, 09:31 von Axel Pfeiffer.)
Inzwischen sind wir beim grundsätzlichen Thema der Risikobewertung. Wie groß ist das Risiko des Felgenschweißens? Worin besteht es? Wäre es im konkreten Falle nicht sinnvoll, einem zertifizierten Fachbetrieb eine solche Reparatur zu erlauben? Doch diese Felgenreparatur wird grundsätzlich als unzulässig abgelehnt. Hier kann man die Frage stellen, ob diese Risikobewertung durch das Verkehrsministerium auf korrekten Erkenntnissen, aktuellen Zahlen und weiteren Faktoren beruht. Aber jeder Mensch, also auch Fachleute, können sich irren und vielleicht kam dieses Reparaturverbot unter falschen Prämissen zustande. Oder noch schlimmer: Durch Lobbyisten des Auto-Zubehörhandels.
Gleichzeitig gibt es spezielle DIN-Vorgaben, wie Aluminium von Autoteilen und seine Legierungen zu schweißen sind. Es geht also.
Offenbar spielt eine unterschiedliche Risikoabschätzung durch das Verkehrsministerium einerseits und die Industrie andererseits die entscheidende Rolle. Wie ist dann zu bewerten, daß junge Leute PS-Starke Fahrzeuge fahren und damit schwere Unfälle verursachen "dürfen". Und wir älteren (ich zähle mich dazu) dürfen natürlich auch Auto fahren, obwohl es auch bei uns gewisse typische Art von Unfällen gibt? Vergleichen wir die Zahl der Unfälle durch Junge und Alte - oft mit Toten - und die mögliche Zahl geschweißter Felgen - die natürlich nicht gleichbedeutend mit der Zahl dadurch verursachter Unfälle ist - wäre eigentlich klar: Verbot der PS-Starken Fahrzeuge für junge Leute und Fahrverbot für ältere. Und die Zahl von möglichen Unfällen durch schlechtes Schweißen wäre verschwindend gering!
Und dann noch die Geschwindigkeit auf Autobahnen! Die Risikobewertung scheint, folgt man den Regierungen, nicht so schlecht auszufallen. Trotz etwa 300 Toten jährlich. Wieviel Tote gäbe es wohl bei Freigabe des Felgenschweißens??? Nur nebenbei: Ich bin natürlich gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.
Wenn also das Verkehrsministerium das Schweißen verbietet, könnte man sich an verschiedene Vorfälle erinnern, bei den Fachleute beteiligt waren. Diese haben gerechnet, bewertet, sich auf ihre Erfahrungen gestützt. Und trotzdem gab es teilweise tödliche oder/und kostspielige Fehler:
Es waren Fachleute, die den Bau der Autobahnbrücke bei Aschaffenburg 1988 beaufsichtigten. Der Rohbau plumpste in den Main - 1 Toter. Und natürlich Schaden für die Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die den Bau zweier Brücken bei Koblenz konstruierten/beaufsichtigten. Beide Brücken plumpsten beim Bau in den Rhein. 19 Tote. Und jede Menge Schaden für die Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die die Vorgaben zum Schleifen des Spiegels des Hubble-Weltraumteleskops machten. Als das Ding im All war, stellte man fest, daß der Spiegel nach falschen Vorgaben geschliffen war und in der Folge ein unscharfes Bild erzeugte. Zum Schaden der amerikanischen Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die den Dichtungsring bei der Raumfähre Challenger konstruiert/geplant hatten. Der hielt bei Kälte nicht und das Ding explodierte. Mit vier Toten und gigantischen Kosten für die amerikanischen Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die vor ca. 25 Jahren den Audi TT konstruierten/entwarfen. Bis man merkte, der Wagen neigt zum Abfliegen. Es gab Tote; darunter ein erfahrener Rallyfahrer. Später einen Rückruf von Audi. Soviel ich weiß, war die Nachrüstung des Heckspoilers nur freiwillig.
Es waren Fachleute, die jahrzentelang behaupteten, Spinat enthalte extrem viel Eisen. Bis sich herausstellte, daß beim vielen Abschreiben ein Komma eine Stelle nach rechts gewandert war und damit ein 10fach höherer - falscher - Gehalt an Eisen behauptet wurde.
Es waren Fachleute des TÜV in Brasilien, die einen kleinen Staudamm als sicher zertifizierten. Der brach - über 200 Tote.
Es waren Fachleute, die einen Sensor an einem Airbus falsch konstruierten. Dieser ermittelte falsche Werte. Das Flugzeug der Air France stürzte über dem Atlantik ab. Alle tot.
Es waren Fachleute des TÜV Rheinland, die den Herstellungsprozess der französischen Brustimplantate zertifizierten. Der TÜV wurde als mitschuldig zu Schadenersatz verurteilt.
Es waren Fachleute, die eine neue Straßenbahn von Siemens/Düwag konstruierten und dafür falsche Berechnungen vornahmen - wie sich herausgestellt hat. Es kam zu Rissen/Materialermüdungen. Siemens hat eine Rückstellung von 500 Mio Euro gebildet für Schadenersatz/Haftungsfragen. Also auch mit einem indirekten Schaden für die Steuerzahler.
Fachleute waren für die Ramedalbrücke bei Lüdenscheid, die inzwischen teilweise neu gebaut wurde, zuständig. Bereits 2014 erkannt man, daß die Belastung verringert werden müßte. LKW-Spuren sollten über den Haupt-Längsträger geführt werden - hat man aber irrtümlich nicht. Der Fehler fiel jahrelang nicht auf. Und danach versuchte man, den Fehler zu vertuschen.
Es waren Fachleute, die bei Stuttgart 21 die Verlegung falscher Kabel vorgaben/beaufsichtigten. Etwa 1000 km Kabel müssen nun ersetzt werden. Zum Schaden der Steuerzahler.
Wenn also Fachleute des Verkehrsministeriums ein Schweißen der Felge als zu riskant ansehen, kann man das glauben - muß man aber nicht. Es wäre nicht das erste mal, daß Behörden und Fachleute irren.
Jetzt könnte man sagen: Ja, genau deshalb, aus Vorsichtsgründen, ist Schweißen einer Felge abzulehnen um sicherzugehen. Womit wir - siehe oben - bei unserer Vorsichtskultur sind - auch gern German Angst genannt. Es gilt also abzuwägen, wie groß die Risiken einer fehlerhaften Felgenreparatur sind. Und hier verlassen wir uns auf die Aussagen von Fachleuten, die, wie man an den Beispielen sieht, irren können. Wenn also das Bundesverkehrsministerium das Schweißen als unzulässig erklärt, obwohl es anerkannte DIN-Verfahren dazu gibt, ist das fragwürdig. Man könnte sich fragen, ob falsche Annahmen, veraltete Erkenntnisse, falsche Zahlen, falsche Risikoberechnungen oder eben auch sachfremde Überlegungen etc die Grundlage des Verbots waren. Jeder kann das Verbot als gottgegeben akzeptieren oder auch nicht. Diese Vorsichtskultur ist auch hier im Forum zu erkennen beim Thema Flicken eines Reifens mit Loch auf der Lauffläche. Dies wird von einigen Forenmitgliedern abgelehnt, obwohl Fachleute von ADAC und Continental diese Reparatur ausdrücklich für zulässig erklären. Es ist vollkommen in Ordnung zu entscheiden, ob man seinen Reifen oder die Felge reparieren oder austauschen läßt. Aber ich finde es ist nicht in Ordnung, wenn das Verkehrsministerium eine Felgenreparatur von vornherein verbietet obwohl, wie wir es auch hier im Forum und im Internet lesen können, es anerkannte Reparaturverfahren gibt.
Jeder ist frei zu entscheiden, wie er Aussagen von Fachleuten bewertet. Und so sollte es auch möglich sein, eine Felge in einem zertifizierten Fachbetrieb schweißen zu lassen. Ob es sich überhaupt lohnt oder der Fachbetrieb ein Schweißen für sinnvoll hält oder schlicht ablehnt, sollte dieser Betrieb entscheiden dürfen. Im Kleingedruckten kann er eine weitergehende Haftung ablehnen. Aber ein generelles Reparaturverbot durch das Verkehrsministerium halte ich für falsch.
Ich erinnere an das Reißen einiger C 7-Felgen. Wir reden hier von einem Konstruktionsfehler! Und trotzdem gab es keinen offiziellen Rückruf von GM oder des Kraftfahrtbundesamtes; nur einen Austausch bei Werkstattaufenthalten. Offenbar schätzt man das Risiko eines dadurch ausgelösten Unfalls als gering ein; auch die Typgenehmigung wurde nicht widerrufen. Wieviele C7-Felgen sind noch in Betrieb (meine z.B.)? Ein paar tausend? Wieviele davon könnten reißen? Und von diesen würden wieviele einen Unfall bewirken? Diese Risiken sind offenbar von Fachleuten vom Kraftfahrtbundesamt, das zum Verkehrsministerium gehört, offenbar als vernachlässigbar eingestuft worden.
Bei der C8 gibt es einen Rückruf wg. Brandgefahr beim Tanken. Es wird ein Schutzblech nachgerüstet. Hätte man das Problem nicht gleich bei der Konstruktion und den Probefahrten erkennen können?
Fachleute können eben irren wie alle Menschen.
Grüße
Axel
Gleichzeitig gibt es spezielle DIN-Vorgaben, wie Aluminium von Autoteilen und seine Legierungen zu schweißen sind. Es geht also.
Offenbar spielt eine unterschiedliche Risikoabschätzung durch das Verkehrsministerium einerseits und die Industrie andererseits die entscheidende Rolle. Wie ist dann zu bewerten, daß junge Leute PS-Starke Fahrzeuge fahren und damit schwere Unfälle verursachen "dürfen". Und wir älteren (ich zähle mich dazu) dürfen natürlich auch Auto fahren, obwohl es auch bei uns gewisse typische Art von Unfällen gibt? Vergleichen wir die Zahl der Unfälle durch Junge und Alte - oft mit Toten - und die mögliche Zahl geschweißter Felgen - die natürlich nicht gleichbedeutend mit der Zahl dadurch verursachter Unfälle ist - wäre eigentlich klar: Verbot der PS-Starken Fahrzeuge für junge Leute und Fahrverbot für ältere. Und die Zahl von möglichen Unfällen durch schlechtes Schweißen wäre verschwindend gering!
Und dann noch die Geschwindigkeit auf Autobahnen! Die Risikobewertung scheint, folgt man den Regierungen, nicht so schlecht auszufallen. Trotz etwa 300 Toten jährlich. Wieviel Tote gäbe es wohl bei Freigabe des Felgenschweißens??? Nur nebenbei: Ich bin natürlich gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.
Wenn also das Verkehrsministerium das Schweißen verbietet, könnte man sich an verschiedene Vorfälle erinnern, bei den Fachleute beteiligt waren. Diese haben gerechnet, bewertet, sich auf ihre Erfahrungen gestützt. Und trotzdem gab es teilweise tödliche oder/und kostspielige Fehler:
Es waren Fachleute, die den Bau der Autobahnbrücke bei Aschaffenburg 1988 beaufsichtigten. Der Rohbau plumpste in den Main - 1 Toter. Und natürlich Schaden für die Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die den Bau zweier Brücken bei Koblenz konstruierten/beaufsichtigten. Beide Brücken plumpsten beim Bau in den Rhein. 19 Tote. Und jede Menge Schaden für die Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die die Vorgaben zum Schleifen des Spiegels des Hubble-Weltraumteleskops machten. Als das Ding im All war, stellte man fest, daß der Spiegel nach falschen Vorgaben geschliffen war und in der Folge ein unscharfes Bild erzeugte. Zum Schaden der amerikanischen Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die den Dichtungsring bei der Raumfähre Challenger konstruiert/geplant hatten. Der hielt bei Kälte nicht und das Ding explodierte. Mit vier Toten und gigantischen Kosten für die amerikanischen Steuerzahler.
Es waren Fachleute, die vor ca. 25 Jahren den Audi TT konstruierten/entwarfen. Bis man merkte, der Wagen neigt zum Abfliegen. Es gab Tote; darunter ein erfahrener Rallyfahrer. Später einen Rückruf von Audi. Soviel ich weiß, war die Nachrüstung des Heckspoilers nur freiwillig.
Es waren Fachleute, die jahrzentelang behaupteten, Spinat enthalte extrem viel Eisen. Bis sich herausstellte, daß beim vielen Abschreiben ein Komma eine Stelle nach rechts gewandert war und damit ein 10fach höherer - falscher - Gehalt an Eisen behauptet wurde.
Es waren Fachleute des TÜV in Brasilien, die einen kleinen Staudamm als sicher zertifizierten. Der brach - über 200 Tote.
Es waren Fachleute, die einen Sensor an einem Airbus falsch konstruierten. Dieser ermittelte falsche Werte. Das Flugzeug der Air France stürzte über dem Atlantik ab. Alle tot.
Es waren Fachleute des TÜV Rheinland, die den Herstellungsprozess der französischen Brustimplantate zertifizierten. Der TÜV wurde als mitschuldig zu Schadenersatz verurteilt.
Es waren Fachleute, die eine neue Straßenbahn von Siemens/Düwag konstruierten und dafür falsche Berechnungen vornahmen - wie sich herausgestellt hat. Es kam zu Rissen/Materialermüdungen. Siemens hat eine Rückstellung von 500 Mio Euro gebildet für Schadenersatz/Haftungsfragen. Also auch mit einem indirekten Schaden für die Steuerzahler.
Fachleute waren für die Ramedalbrücke bei Lüdenscheid, die inzwischen teilweise neu gebaut wurde, zuständig. Bereits 2014 erkannt man, daß die Belastung verringert werden müßte. LKW-Spuren sollten über den Haupt-Längsträger geführt werden - hat man aber irrtümlich nicht. Der Fehler fiel jahrelang nicht auf. Und danach versuchte man, den Fehler zu vertuschen.
Es waren Fachleute, die bei Stuttgart 21 die Verlegung falscher Kabel vorgaben/beaufsichtigten. Etwa 1000 km Kabel müssen nun ersetzt werden. Zum Schaden der Steuerzahler.
Wenn also Fachleute des Verkehrsministeriums ein Schweißen der Felge als zu riskant ansehen, kann man das glauben - muß man aber nicht. Es wäre nicht das erste mal, daß Behörden und Fachleute irren.
Jetzt könnte man sagen: Ja, genau deshalb, aus Vorsichtsgründen, ist Schweißen einer Felge abzulehnen um sicherzugehen. Womit wir - siehe oben - bei unserer Vorsichtskultur sind - auch gern German Angst genannt. Es gilt also abzuwägen, wie groß die Risiken einer fehlerhaften Felgenreparatur sind. Und hier verlassen wir uns auf die Aussagen von Fachleuten, die, wie man an den Beispielen sieht, irren können. Wenn also das Bundesverkehrsministerium das Schweißen als unzulässig erklärt, obwohl es anerkannte DIN-Verfahren dazu gibt, ist das fragwürdig. Man könnte sich fragen, ob falsche Annahmen, veraltete Erkenntnisse, falsche Zahlen, falsche Risikoberechnungen oder eben auch sachfremde Überlegungen etc die Grundlage des Verbots waren. Jeder kann das Verbot als gottgegeben akzeptieren oder auch nicht. Diese Vorsichtskultur ist auch hier im Forum zu erkennen beim Thema Flicken eines Reifens mit Loch auf der Lauffläche. Dies wird von einigen Forenmitgliedern abgelehnt, obwohl Fachleute von ADAC und Continental diese Reparatur ausdrücklich für zulässig erklären. Es ist vollkommen in Ordnung zu entscheiden, ob man seinen Reifen oder die Felge reparieren oder austauschen läßt. Aber ich finde es ist nicht in Ordnung, wenn das Verkehrsministerium eine Felgenreparatur von vornherein verbietet obwohl, wie wir es auch hier im Forum und im Internet lesen können, es anerkannte Reparaturverfahren gibt.
Jeder ist frei zu entscheiden, wie er Aussagen von Fachleuten bewertet. Und so sollte es auch möglich sein, eine Felge in einem zertifizierten Fachbetrieb schweißen zu lassen. Ob es sich überhaupt lohnt oder der Fachbetrieb ein Schweißen für sinnvoll hält oder schlicht ablehnt, sollte dieser Betrieb entscheiden dürfen. Im Kleingedruckten kann er eine weitergehende Haftung ablehnen. Aber ein generelles Reparaturverbot durch das Verkehrsministerium halte ich für falsch.
Ich erinnere an das Reißen einiger C 7-Felgen. Wir reden hier von einem Konstruktionsfehler! Und trotzdem gab es keinen offiziellen Rückruf von GM oder des Kraftfahrtbundesamtes; nur einen Austausch bei Werkstattaufenthalten. Offenbar schätzt man das Risiko eines dadurch ausgelösten Unfalls als gering ein; auch die Typgenehmigung wurde nicht widerrufen. Wieviele C7-Felgen sind noch in Betrieb (meine z.B.)? Ein paar tausend? Wieviele davon könnten reißen? Und von diesen würden wieviele einen Unfall bewirken? Diese Risiken sind offenbar von Fachleuten vom Kraftfahrtbundesamt, das zum Verkehrsministerium gehört, offenbar als vernachlässigbar eingestuft worden.
Bei der C8 gibt es einen Rückruf wg. Brandgefahr beim Tanken. Es wird ein Schutzblech nachgerüstet. Hätte man das Problem nicht gleich bei der Konstruktion und den Probefahrten erkennen können?
Fachleute können eben irren wie alle Menschen.
Grüße
Axel
Axel Pfeiffer

