Loch in der Felge - Auto steht in Kärnten
#91
Lesen! #25 https://www.corvetteforum.de/showthread....pid1954056

Gruß
Matthias

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#92
Danke! Wieder was gelernt
Viele Grüße und bleib gesund
Andreas  bow Tie

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#93
@ Z06 Racer

Nach dem, was Du hier teilweise so an technischen Statements raushaust, ist Dir anscheinend vieles neu oder unbekannt.
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#94
Auf jeden Fall...
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#95
Nur mal so am Rande...
Letztes Jahr hatte ich kurz die Gelegenheit die Z06 wieder laufen zu lassen, bei Knapp 340 Km/h (GPS) musste ich vom Gas.

Ich bin ja grundsätzlich nicht für übertriebene Vorsicht bekannt aber ab +/- 320Km/h wird die Fahrbahn gefühlt doch deutlich schmaler und man erwischt sich bei dem einen oder anderen Gedanken wie "hast du die Radschrauben auch alle kontrolliert/nachgezogen" oder "bei der letzten Durchsicht an der Tanke vielleicht doch irgendwo eine Beschädigung am Rad/Reifen übersehen" etc.

Und dann kommt einer um die Ecke und sagt "die Felge würde ich einfach schweißen lassen" YES!! Yeeah! Feixen

Allein der Gedanke, mir bei solchen Geschwindigkeiten keine Sorgen über eine geflickte Felge machen zu müssen, wäre mir die ~1500€ für eine neue Felge wert!
Bei meinem Rasentraktor wäre das Schweißen sicherlich eine Option. Bei einem Fahrzeug das in Geschwindigkeitsbereichen jenseits der 300 Km/h bewegt wird käme das für mich niemals in Frage.
                                                                                                                             [Bild: 47915314xb.gif]

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#96
(Gestern, 11:42)Gelber Bengel schrieb: Also mal im Ernst, Leute! Die Diskussion geht hier nicht wirklich um eine völlig zerschossene Alufelge an einem Supersportwagen, die serienmäßig sowieso schon fragil ist und im Normalbetrieb per se gehäuft zur Rissbildung neigt??? Gratulation an den TE, der die einzig richtige Entscheidung getroffen und Sicherheit vor Geizgeilheit gestellt hat!!! Unbegreiflich, wie man über alternative, hirnrissige Möglichkeiten überhaupt nachdenken kann.


Unabhängig davon was man inhaltlich äußert, finde ich, dass du dich in diesem Threat etwas im Ton vergreifst.

Obwohl ICH eine so beschädigte Felge nicht reparieren würde, sind Deine Argumente meiner Meinung nach dünn. Zwar ist bekannt, dass die Felgen zu Rissen neigen, aber ganz sicher nicht aus der Mitte des Felgenbettes heraus.
Die Risse entsehen da, wo der Reifen die Kraft in die Felge leitet und breiten sich von da aus: vom Felgenhorn.
Auch wenn meiner Meinung nach eine FACHGERECHTE Schweißung AN DIESER STELLE kein nennenswertes Risiko beinhaltet, würde ich es trotzdem nicht machen lassen. Jegliches Risiko wäre mir zuviel und außerdem ist es illegal.
Vielleicht schätze ich es ja falsch ein, aber warum eine Schweißung an dieser Stelle ein so hohes Risiko darstellen soll, hat noch keiner hier überzeugend erklärt.
"Hirnrissig" finde ich kein ünerzeugendes Argument.
Gruß

Götz
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#97
Inzwischen sind wir beim grundsätzlichen Thema der Risikobewertung. Wie groß ist das Risiko des Felgenschweißens? Worin besteht es? Wäre es im konkreten Falle nicht sinnvoll, einem zertifizierten Fachbetrieb eine solche Reparatur zu erlauben? Doch diese Felgenreparatur wird grundsätzlich als unzulässig abgelehnt. Hier kann man die Frage stellen, ob diese Risikobewertung durch das Verkehrsministerium auf korrekten Erkenntnissen, aktuellen Zahlen und weiteren Faktoren beruht. Aber jeder Mensch, also auch Fachleute, können sich irren und vielleicht kam dieses Reparaturverbot unter falschen Prämissen zustande. Oder noch schlimmer: Durch Lobbyisten des Auto-Zubehörhandels.

Gleichzeitig gibt es spezielle DIN-Vorgaben, wie Aluminium von Autoteilen und seine Legierungen zu schweißen sind. Es geht also.

Offenbar spielt eine unterschiedliche Risikoabschätzung durch das Verkehrsministerium einerseits und die Industrie andererseits die entscheidende Rolle. Wie ist dann zu bewerten, daß junge Leute PS-Starke Fahrzeuge fahren und damit schwere Unfälle verursachen "dürfen". Und wir älteren (ich zähle mich dazu) dürfen natürlich auch Auto fahren, obwohl es auch bei uns gewisse typische Art von Unfällen gibt? Vergleichen wir die Zahl der Unfälle durch Junge und Alte - oft mit Toten - und die mögliche Zahl geschweißter Felgen - die natürlich nicht gleichbedeutend mit der Zahl dadurch verursachter Unfälle ist - wäre eigentlich klar: Verbot der PS-Starken Fahrzeuge für junge Leute und Fahrverbot für ältere. Und die Zahl von möglichen Unfällen durch schlechtes Schweißen wäre verschwindend gering!

Und dann noch die Geschwindigkeit auf Autobahnen! Die Risikobewertung scheint, folgt man den Regierungen, nicht so schlecht auszufallen. Trotz etwa 300 Toten jährlich. Wieviel Tote gäbe es wohl bei Freigabe des Felgenschweißens??? Nur nebenbei: Ich bin natürlich gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Wenn also das Verkehrsministerium das Schweißen verbietet, könnte man sich an verschiedene Vorfälle erinnern, bei den Fachleute beteiligt waren. Diese haben gerechnet, bewertet, sich auf ihre Erfahrungen gestützt. Und trotzdem gab es teilweise tödliche oder/und kostspielige Fehler:

Es waren Fachleute, die den Bau der Autobahnbrücke bei Aschaffenburg 1988 beaufsichtigten. Der Rohbau plumpste in den Main - 1 Toter. Und natürlich Schaden für die Steuerzahler.

Es waren Fachleute, die den Bau zweier Brücken bei Koblenz konstruierten/beaufsichtigten. Beide Brücken plumpsten beim Bau in den Rhein. 19 Tote. Und jede Menge Schaden für die Steuerzahler.

Es waren Fachleute, die die Vorgaben zum Schleifen des Spiegels des Hubble-Weltraumteleskops machten. Als das Ding im All war, stellte man fest, daß der Spiegel nach falschen Vorgaben geschliffen war und in der Folge ein unscharfes Bild erzeugte. Zum Schaden der amerikanischen Steuerzahler.

Es waren Fachleute, die den Dichtungsring bei der Raumfähre Challenger konstruiert/geplant hatten. Der hielt bei Kälte nicht und das Ding explodierte. Mit vier Toten und gigantischen Kosten für die amerikanischen Steuerzahler.

Es waren Fachleute, die vor ca. 25 Jahren den Audi TT konstruierten/entwarfen. Bis man merkte, der Wagen neigt zum Abfliegen. Es gab Tote; darunter ein erfahrener Rallyfahrer. Später einen Rückruf von Audi. Soviel ich weiß, war die Nachrüstung des Heckspoilers nur freiwillig.

Es waren Fachleute, die jahrzentelang behaupteten, Spinat enthalte extrem viel Eisen. Bis sich herausstellte, daß beim vielen Abschreiben ein Komma eine Stelle nach rechts gewandert war und damit ein 10fach höherer - falscher - Gehalt an Eisen behauptet wurde.

Es waren Fachleute des TÜV in Brasilien, die einen kleinen Staudamm als sicher zertifizierten. Der brach - über 200 Tote.

Es waren Fachleute, die einen Sensor an einem Airbus falsch konstruierten. Dieser ermittelte falsche Werte. Das Flugzeug der Air France stürzte über dem Atlantik ab. Alle tot.

Es waren Fachleute des TÜV Rheinland, die den Herstellungsprozess der französischen Brustimplantate zertifizierten. Der TÜV wurde als mitschuldig zu Schadenersatz verurteilt.

Es waren Fachleute, die eine neue Straßenbahn von Siemens/Düwag konstruierten und dafür falsche Berechnungen vornahmen - wie sich herausgestellt hat. Es kam zu Rissen/Materialermüdungen. Siemens hat eine Rückstellung von 500 Mio Euro gebildet für Schadenersatz/Haftungsfragen. Also auch mit einem indirekten Schaden für die Steuerzahler.

Fachleute waren für die Ramedalbrücke bei Lüdenscheid, die inzwischen teilweise neu gebaut wurde, zuständig. Bereits 2014 erkannt man, daß die Belastung verringert werden müßte. LKW-Spuren sollten über den Haupt-Längsträger geführt werden - hat man aber irrtümlich nicht. Der Fehler fiel jahrelang nicht auf. Und danach versuchte man, den Fehler zu vertuschen.

Es waren Fachleute, die bei Stuttgart 21 die Verlegung falscher Kabel vorgaben/beaufsichtigten. Etwa 1000 km Kabel müssen nun ersetzt werden. Zum Schaden der Steuerzahler.

Wenn also Fachleute des Verkehrsministeriums ein Schweißen der Felge als zu riskant ansehen, kann man das glauben - muß man aber nicht. Es wäre nicht das erste mal, daß Behörden und Fachleute irren.

Jetzt könnte man sagen: Ja, genau deshalb, aus Vorsichtsgründen, ist Schweißen einer Felge abzulehnen um sicherzugehen. Womit wir - siehe oben - bei unserer Vorsichtskultur sind - auch gern German Angst genannt. Es gilt also abzuwägen, wie groß die Risiken einer fehlerhaften Felgenreparatur sind. Und hier verlassen wir uns auf die Aussagen von Fachleuten, die, wie man an den Beispielen sieht, irren können. Wenn also das Bundesverkehrsministerium das Schweißen als unzulässig erklärt, obwohl es anerkannte DIN-Verfahren dazu gibt, ist das fragwürdig. Man könnte sich fragen, ob falsche Annahmen, veraltete Erkenntnisse, falsche Zahlen, falsche Risikoberechnungen oder eben auch sachfremde Überlegungen etc die Grundlage des Verbots waren. Jeder kann das Verbot als gottgegeben akzeptieren oder auch nicht. Diese Vorsichtskultur ist auch hier im Forum zu erkennen beim Thema Flicken eines Reifens mit Loch auf der Lauffläche. Dies wird von einigen Forenmitgliedern abgelehnt, obwohl Fachleute von ADAC und Continental diese Reparatur ausdrücklich für zulässig erklären. Es ist vollkommen in Ordnung zu entscheiden, ob man seinen Reifen oder die Felge reparieren oder austauschen läßt. Aber ich finde es ist nicht in Ordnung, wenn das Verkehrsministerium eine Felgenreparatur von vornherein verbietet obwohl, wie wir es auch hier im Forum und im Internet lesen können, es anerkannte Reparaturverfahren gibt.

Jeder ist frei zu entscheiden, wie er Aussagen von Fachleuten bewertet. Und so sollte es auch möglich sein, eine Felge in einem zertifizierten Fachbetrieb schweißen zu lassen. Ob es sich überhaupt lohnt oder der Fachbetrieb ein Schweißen für sinnvoll hält oder schlicht ablehnt, sollte dieser Betrieb entscheiden dürfen. Im Kleingedruckten kann er eine weitergehende Haftung ablehnen. Aber ein generelles Reparaturverbot durch das Verkehrsministerium halte ich für falsch.

Ich erinnere an das Reißen einiger C 7-Felgen. Wir reden hier von einem Konstruktionsfehler! Und trotzdem gab es keinen offiziellen Rückruf von GM oder des Kraftfahrtbundesamtes; nur einen Austausch bei Werkstattaufenthalten. Offenbar schätzt man das Risiko eines dadurch ausgelösten Unfalls als gering ein; auch die Typgenehmigung wurde nicht widerrufen. Wieviele C7-Felgen sind noch in Betrieb (meine z.B.)? Ein paar tausend? Wieviele davon könnten reißen? Und von diesen würden wieviele einen Unfall bewirken? Diese Risiken sind offenbar von Fachleuten vom Kraftfahrtbundesamt, das zum Verkehrsministerium gehört, offenbar als vernachlässigbar eingestuft worden.

Bei der C8 gibt es einen Rückruf wg. Brandgefahr beim Tanken. Es wird ein Schutzblech nachgerüstet. Hätte man das Problem nicht gleich bei der Konstruktion und den Probefahrten erkennen können?

Fachleute können eben irren wie alle Menschen.

Grüße

Axel
Axel Pfeiffer
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#98
Genauso ist es Götz, das unterschreibe ich zu 100%. An der Stelle im Felgenbett geht es primär nur um die Dichtheit und die kann man nun mal mit einer fachgerechten Schweißung mit einem kleinen Flicken wieder herstellen.
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#99
@ goec2468

Mein "hirnrissig" bezog sich explizit auf Reparaturvorschläge wie den im Beitrag über mir. Dass es technisch möglich ist, ist unbestritten. Der dazu von Molle beschriebene Weg einer fachgerechten und gesicherten, zertifizierten Reparatur durch einen darauf spezialisierten Betrieb steht jedoch finanziell im krassen Missverhältnis zum Neukauf. Weshalb Spezialisten auf diesem Gebiet diese Reparaturen auch ablehnen, abgesehen davon, dass es verboten ist. Hier übrigens mal ein Auszug einer fachlichen Berechnung der auf eine Alufelge wirkenden Kräfte:

Zitat:
"Während eine Felge im Alltag im Schnitt "nur" mit rund 500 bis 800 kg (5–8 kN) nach unten belastet wird, muss die Konstruktion so ausgelegt sein, dass sie Schlaglöcher und Bordsteinkanten mit Impulskräften von bis zu 50.000 Newton (5 Tonnen) abfängt, ohne zu brechen oder sich plastisch zu verformen."

Soweit zum Thema, die Felge müsse ja nach einer Reparatur lediglich wieder den Luftdruck halten. Wer sich jedoch Fakten gegenüber verschließt, endet halt in solchen unbelegten und falschen Aussagen. Oder tritt einen technisch bewiesenen Gegenbeweis an.

@Axel

Ich gebe zu Bedenken, dass vielleicht geschätzt 5 Prozent aller Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr mit Alufelgen ausgerüstet sind, die im Neupreis teurer als 500 Euro pro Stück sind. Warum sollte ein Bundesministerium eine Freigabe zu einer sicherheitsrelevanten Reparatur erteilen, deren korrekte Ausführung überwacht und kontrolliert werden müsste wie zum Beispiel die Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobilen. Diskutiere dieses Thema mal in einem Forum, das sich nicht um Supersportwagen dreht. Da besteht schlichtweg kein Bedarf.

Molle hat es in seinem Beitrag sehr treffend zusammengefasst. Fachgerecht durchgeführt wäre es technisch extrem aufwendig, zu teuer und sicherheitstechnisch schwer abzuschätzen. Die gesetzlichen Auflagen bei der Zulassung einer neuen Felge im öffentlichen Straßenverkehr sind nicht umsonst so hoch. Und selbst dabei rutschen leider immer wieder Hersteller durch's Netz wie bei den C7 Felgen leidvoll festzustellen. Btw, warum denkt eigentlich niemand darüber nach, diese rissigen Räder zu reparieren? Die Frage kam komischerweise nach Auftreten des Phänomens gar nicht erst auf.

Und abschließend möge sich jeder mal ehrlich darauf überprüfen wie er es fände, wenn der Sachverständige im eigenen, versicherungspflichtigen Schadenfall eine solche Felge als reparabel aufschreibt. Du würdest Dich zu Recht umdrehen und zu einem sachkundigen Kollegen fahren.

Solange es Leute gibt, die ein Loch in einer extrem auf Gewichtsersparnis konstruierten Alufelge behandeln wollen, wie ein aufgeschlagenes Knie, bin ich froh und dankbar um jedes Verbot, dass mich auf der Straße vor solchen Kandidaten schützt.
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Es ist ja bekannt wieviele Pfuscher im Kfz Handwerk unterwegs sind.
Ich glaube der Grund es generell zu verbieten ist eher, dass sonst allen Pfuschern Tür und Tor geöffnet wären.
Es kann hinterher auch keiner mehr feststellen wer es repariert hat und ob der zertifiziert war oder nicht.
gruss,
zuendler
[Bild: 502-tripower-klein2.gif]
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