Hallo "Vettern"
Es ist Saisonstart und ich möchte Euch im Folgenden kurz mit kleiner Fotodokumentation daran teilhaben lassen, wie ich das Sitzgestell bzw. die Sitzschienen am Fahrersitz meiner C2 erneuert habe.
Ausgangssituation: Der sog. "Rocking Chair Effekt"
Irgendwas schien nicht ganz richtig mit meinem Fahrersitz, denn ich konnte im Sitz sitzend mit diesem leicht vor- und zurückschaukeln - nicht viel, aber bestimmt so 2-3mm, gerade so viel das es spürbar war und genervt hat!
Also habe ich den Sitz mal auf die Werkbank geholt und die ganze Mimik auseinandergenommen:
Die Sitzschienen aka "seat tracks" selbst haben am oberen Ende eine rohrförmige Gleitschiene, die wiederrum in je einem Rohr des Sitzgestells läuft und somit die Sitzverstellung nach vorne und hinten ermöglicht.
Auf der Gleitschiene der seat tracks sind ~ 3/4-runde Gleitbuchsen aus Bronze installiert und in diesen läuft jeweils noch eine ca. 5,5mm Spiralfeder, die das Spiel zwischen seat track, Rohr des Sitzgestells und der Gleitbuchse ausgleicht. Pro Schiene (= 2 pro Sitz) sind jeweils 2 Gleitbuchsen und 2 Federn (= je 4 pro Sitz) installiert.
Es empfiehlt sich die Rückenlehne zu demontieren, was über die außen sichtbaren Schrauben in den seitlichen Chrom-Schienen recht einfach ist. Man kann dann das Sitzkissen mit Gestell umgedreht gut auf der Werkbank positionieren um daran zu arbeiten.
Bei mir war der Sitz unterhalb recht schmutzig und das Entfernen der Sitzschienen voller altem Fett und Dreck eine ziemliche Sauerei! Nachdem alle Einzelteile ordentlich gereinigt waren musste ich zudem feststellen, dass die seat tracks ziemlich von Flugrost befallen waren.
Also habe ich dann zunächst erst einmal allen alten Lack bis auf das blanke Metall runtergeschliffen, um danach sauber grundieren und schließlich diese Teile neu in Schwarz lackieren zu können.
Ein schönes Video das zeigt, wie die Demontage und das Ziehen der seat tracks erfolgen kann, gibt es von Corvette America auf YouTube:
https://youtu.be/EDsQNT3LkXs?si=XnlsRU5z3TZPhCld
Von den ausgebauten Einzelteilen waren die alten Federn mehrfach gebrochen. Ich habe mir hierfür Ersatz bei Zip Corvette besorgt (63-66 Seat Track Bushing Springs, 8pcs.).
Nach Einigen Vorgängen von Grundieren und Lackieren begann ich alles wieder zusammenzubauen und dabei stellte ich fest, dass in meinem Fall einfach zu viel Spiel in der ganzen Mimik war - hatte aber zunächst keinen Schimmer, wie ich das nun ausgleichen sollte...
Ein DN32 Tauchrohr aus dem Sanitärbereich hat dann Abhilfe geschaffen, da es mit nur 0,5mm Wandstärke und einer kleinen Modifikation eine perfekte Gleithülse für den Einbau in die C2 Sitzrohre darstellt. Passend abgelängt, dann längsseits aufgetrennt, entgratet und ordentlich gefettet passt es perfekt hinein und greift in meinem Fall nun die seat tracks mit Gleitbuchsen und neuen Federn schön stramm - so, dass es noch gut läuft aber nicht mehr wackelt oder kippelt. Die Gleitschienen und Gleitbuchsen habe ich vor dem Wiedereinbau mit Graphit-Fett versehen.
Alles in Allem eine günstige und nur mit etwas Aufwand verbundene Reparatur. Mit etwas Zeit und Liebe im Grunde für jeden machbar.
Anbei einige Fotos der Aktion.
Vielleicht hilft Euch mein Beitrag bei gleichem oder ähnlichem Problem...
Viele Grüße,
Fabian
Es ist Saisonstart und ich möchte Euch im Folgenden kurz mit kleiner Fotodokumentation daran teilhaben lassen, wie ich das Sitzgestell bzw. die Sitzschienen am Fahrersitz meiner C2 erneuert habe.
Ausgangssituation: Der sog. "Rocking Chair Effekt"
Irgendwas schien nicht ganz richtig mit meinem Fahrersitz, denn ich konnte im Sitz sitzend mit diesem leicht vor- und zurückschaukeln - nicht viel, aber bestimmt so 2-3mm, gerade so viel das es spürbar war und genervt hat!
Also habe ich den Sitz mal auf die Werkbank geholt und die ganze Mimik auseinandergenommen:
Die Sitzschienen aka "seat tracks" selbst haben am oberen Ende eine rohrförmige Gleitschiene, die wiederrum in je einem Rohr des Sitzgestells läuft und somit die Sitzverstellung nach vorne und hinten ermöglicht.
Auf der Gleitschiene der seat tracks sind ~ 3/4-runde Gleitbuchsen aus Bronze installiert und in diesen läuft jeweils noch eine ca. 5,5mm Spiralfeder, die das Spiel zwischen seat track, Rohr des Sitzgestells und der Gleitbuchse ausgleicht. Pro Schiene (= 2 pro Sitz) sind jeweils 2 Gleitbuchsen und 2 Federn (= je 4 pro Sitz) installiert.
Es empfiehlt sich die Rückenlehne zu demontieren, was über die außen sichtbaren Schrauben in den seitlichen Chrom-Schienen recht einfach ist. Man kann dann das Sitzkissen mit Gestell umgedreht gut auf der Werkbank positionieren um daran zu arbeiten.
Bei mir war der Sitz unterhalb recht schmutzig und das Entfernen der Sitzschienen voller altem Fett und Dreck eine ziemliche Sauerei! Nachdem alle Einzelteile ordentlich gereinigt waren musste ich zudem feststellen, dass die seat tracks ziemlich von Flugrost befallen waren.
Also habe ich dann zunächst erst einmal allen alten Lack bis auf das blanke Metall runtergeschliffen, um danach sauber grundieren und schließlich diese Teile neu in Schwarz lackieren zu können.
Ein schönes Video das zeigt, wie die Demontage und das Ziehen der seat tracks erfolgen kann, gibt es von Corvette America auf YouTube:
https://youtu.be/EDsQNT3LkXs?si=XnlsRU5z3TZPhCld
Von den ausgebauten Einzelteilen waren die alten Federn mehrfach gebrochen. Ich habe mir hierfür Ersatz bei Zip Corvette besorgt (63-66 Seat Track Bushing Springs, 8pcs.).
Nach Einigen Vorgängen von Grundieren und Lackieren begann ich alles wieder zusammenzubauen und dabei stellte ich fest, dass in meinem Fall einfach zu viel Spiel in der ganzen Mimik war - hatte aber zunächst keinen Schimmer, wie ich das nun ausgleichen sollte...
Ein DN32 Tauchrohr aus dem Sanitärbereich hat dann Abhilfe geschaffen, da es mit nur 0,5mm Wandstärke und einer kleinen Modifikation eine perfekte Gleithülse für den Einbau in die C2 Sitzrohre darstellt. Passend abgelängt, dann längsseits aufgetrennt, entgratet und ordentlich gefettet passt es perfekt hinein und greift in meinem Fall nun die seat tracks mit Gleitbuchsen und neuen Federn schön stramm - so, dass es noch gut läuft aber nicht mehr wackelt oder kippelt. Die Gleitschienen und Gleitbuchsen habe ich vor dem Wiedereinbau mit Graphit-Fett versehen.
Alles in Allem eine günstige und nur mit etwas Aufwand verbundene Reparatur. Mit etwas Zeit und Liebe im Grunde für jeden machbar.
Anbei einige Fotos der Aktion.
Vielleicht hilft Euch mein Beitrag bei gleichem oder ähnlichem Problem...
Viele Grüße,
Fabian
Zora Arkus-Duntov: The man who made fiberglass fly!


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